Plastics shape the future
Die Sonderschau der K 2019
Ab 16. Oktober 2019 in Düsseldorf

Thementag am Samstag: Was tun gegen Meeresmüll-Einträge?

Ist das Handeln von Industrie und Politik ausreichend, um dem Problem von (Kunststoff-)Müll im Meer wirksam zu begegnen? Welche Maßnahmen und Initiativen müssen noch kommen, um die Einträge von Abfällen in die Umwelt zu reduzieren? Solchen und ähnlichen Fragen widmeten sich die Experten des Sonderschau-Thementages „Marine Litter“ am Messesamstag.

Hochkarätig besetzt war die Riege der Teilnehmer: Auf der Sonderschau diskutierten Heike Imhoff vom Umweltministerium, Dr. Kim Cornelius Detloff vom NABU, Philipp Hohenblum vom Umweltbundesamt in Wien, Helmut Schmitz vom Dualen System Deutschland (DSD) sowie Jochen Berrens vom Kunststofferzeuger Borealis, Linz. Die Diskussion startete bei den Ursachen für die Meeresverschmutzung: Demnach werden etwa 80 Prozent der Abfälle in den Ozeanen durch den Landeintrag verursacht. Haus- und Industrieabfälle gelangen über die Flüsse in die Meere und werden durch Strömungen und Wind verteilt. Hier sollten Maßnahmen vorrangig ansetzen, um das globale Problem für die Meeresumwelt zu lösen, stimmten die Diskussionsteilnehmer überein. Auch das mangelnde Bewusstsein vieler Bürger für die Konsequenzen der Meeresvermüllung kam zur Sprache. Mithilfe regionaler Aktionspläne und Fallbeispiele unter Einbeziehung verschiedenster Stakeholder arbeitet die Bundesregierung daran, Lücken im Stoffkreislauf zu identifizieren und weitere Meereseinträge zu verhindern. So wurde das Thema Marine Litter u.a. von der Bundesregierung auf die G7-Tagesordnung gehoben. Berrens forderte einen konsequenteren Vollzug bestehender Gesetze und Regelungen, durch den bereits ein Großteil des Abfalleintrags ins Meer reduziert werden könnte. Ziel müsse es zudem sein, die Bürger für einen achtsameren Umgang mit Müll zu sensibilisieren. Im Verbund mit leistungsstarken Verwertungsanlagen könne so die Deponierung von Kunststoffabfällen in Europa reduziert werden. Interessant waren in diesem Zusammenhang die Zahlen des Vertreters vom DSD, wonach verwertete Kunststoffe wesentlich zum Klimaschutz beitragen: Jedes Kilogramm Kunststoff, das der Verbraucher in den Gelben Sack gibt statt in den Restmüll, spart 1,3 kg Kohlendioxidemissionen.

Eines wurde zum Abschluss der Diskussion deutlich: Da der Schutz der Meeresumwelt ein globales Problem ist, sind internationale Kooperationen und Forschungsprojekte notwendig. Ein Wissenstransfer beim Abfallmanagement und der Verwertung von Kunststoffabfällen, wie ihn die Kunststoffindustrie in Europa bspw. mit der IdentiPlast-Konferenz (www.identiplast.eu) vorantreibt, könnte viel dazu beitragen, Werkstoffe, die heute noch als Abfälle im Meer landen, in hochwertige Sekundärrohstoffe umzuwandeln.

Diskussionsrunde zum Thema "Marine Litter"