Plastics shape the future
Die Sonderschau der K 2019
Ab 16. Oktober 2019 in Düsseldorf

Ein Blick in die Zukunft von Robotik und KI

Sonderschau und FabLab Lübeck vereinbaren Kooperation

Der Markt von 3D-Druckern wächst. Im Jahr 2018 nutzten bereits rund 28 Prozent der Industrieunternehmen in Deutschland den 3D-Druck. Längst lassen sich mit der Technik filigrane Bauteile für verschiedenste Anwendungen teils individualisiert, teils in Serie herstellen. Junge Forscher des FabLab Lübeck e.V. zeigen auf der Sonderschau der Kunststoffmesse K, wohin die Reise bei der Verknüpfung von additiver Fertigung, Robotik und modernen Werkstoffen wie Kunststoff geht und stellen im Oktober ihren Mensch-Roboter vor.

Das FabLab umfasst Informatik, Ingenieur- und Psychologie-Studenten, die in der offenen Hightech-Werkstatt Themen wie 3D-Druck und Robotik miteinander vereinen und fachübergreifend vorantreiben. Ein Leuchtturmprojekt der Nachwuchsforscher ist der Bau eines humanoiden Roboters, bei dem alle Körperteile wie Kopf, Hände, Arme und Torso mittels 3D-Druck separat gefertigt und zusammengesetzt werden. Zum Leben erweckt wird der humanoide Roboter durch das Zusammenspiel modernster Technik. Kunststoff nimmt als Werkstoff hierbei eine Sonderrolle ein, mit dem sich die verschiedensten Bauteile – vom High-Tech-Instrument bis zum mechanischen Element – einfach, präzise und schnell fertigen lassen.

Der Kopf des humanoiden Roboters KIM – aus mehreren Einzelteilen setzen die jungen Tüftler den Roboter zusammen.
Der Kopf des humanoiden Roboters KIM – aus mehreren Einzelteilen setzen die jungen Tüftler den Roboter zusammen.

Inspiriert wurden die jungen Tüftler vom französischen Designer Gaël Langevin, der mit „InMoov“ 2012 einen menschlich anmutenden Roboter kreierte und seither weltweit Nachahmer fand. Um Greifbewegungen ausführen zu können, wird der Roboter der Lübecker Nachwuchsforscher zudem mit Kameras und spezieller Software ausgestattet. Verschiedene Gesten wie „shake hand“ und „move arm“ können so gesteuert und umgesetzt werden. Damit alles ineinandergreift, sind unterschiedlichste Bauteile nötig. Allein der Kopf des Roboters besteht mit Nacken aus rund 50 kleinen Einzelteilen: Getriebe, Zahnränder – alles kommt aus dem 3D-Drucker. Das Material, aus dem der Roboter besteht, ist vielseitiger Kunststoff.

Die Sonderschau „Plastics Shape the Future“, die auf der Kunststoffmesse K gezeigt wird, ist das passende Podium, um die Arbeit der jungen Forscher weltweit bekannt zu machen. „Die K ist für uns eine hervorragende Plattform, um unsere Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zu präsentieren und darzustellen, was mit der Verknüpfung von 3D-Druck und Robotik zukünftig alles möglich ist“, sagt Ian Pösse, Gründer und Vorstandsmitglied des FabLab e.V. Deshalb wird es bei „Plastics Shape the Future“ ganz praktisch zur Sache gehen. Es wird gedruckt, geschliffen und geschraubt. „Das Zusammensetzen des Roboters kann hautnah bestaunt werden“, freut sich FabLab-Projektleiterin Natascha Koch.

Die Sonderschau unterstützt die jungen Forscher und bietet ihnen auf der bevorstehenden K-Messe ein besonderes Podium. Täglich werden sie auf einer eigenen Fläche ihre Innovation präsentieren und vor Ort die 3D-Fertigung praktisch vorstellen. „Wir möchten mit der Partnerschaft verdeutlichen, dass uns der Austausch mit jungen Forschern ein wichtiges Anliegen ist und gleichzeitig aufzeigen, wie der moderne und innovative Werkstoff Kunststoff und der 3D-Druck unsere Zukunft gestalten können. Dabei ist der 3D-Druck einer der wesentlichen Schlüsselfaktoren für die Industrie 4.0. Ich bin schon sehr gespannt, was wir zu sehen bekommen und freue mich auf die praktischen Vorführungen der jungen Forscher“, sagt Dr. Rüdiger Baunemann, Hauptgeschäftsführer von PlasticsEurope Deutschland.

 

FabLab Lübeck

Im Oktober 2014 wurde das Fabrikationslabor (FabLab) der Hansestadt vom TZL (Technikzentrum Lübeck) gegründet. In direkter Nachbarschaft zum städtischen Universitätscampus können hier junge Tüftler und Erfinder industrienahe Produktionstechniken ausprobieren. In der offenen Hightech-Werkstatt fertigen Studierende und andere Interessierte Funktionsmuster und Prototypen; dafür nutzen sie unter anderem 3D-Drucker, Laser-Cutter und CNC-Maschinen, mit deren Hilfe sie hoch individualisierte Modelle (Rapid Manufacturing) erstellen. Das FabLab Lübeck ist ein eingetragener Verein, der aktuell etwa 60 Mitglieder ganz unterschiedlicher Fachrichtungen vereint.