Plastics shape the future
Die Sonderschau der K-Messe

Aktuell

Ein Stoppschild für den Plastikmüll

Großen Zuspruch erfährt die K Sonderschau „Plastics shape the future“ dieser Tage auf dem Düsseldorfer Messegelände: Ein abwechslungsreiches und thematisch pointiertes Programm sorgt dafür, dass sowohl Fachbesucher als auch interessierte Laien, zahlreiche Medienvertreter sowie wichtige Stakeholder der Zivilgesellschaft den Weg in Halle 6 finden. Schon die Eröffnung sah engagierte Statements von Seiten der Messe, des K-Präsidenten und des Vorsitzenden von PlasticsEurope Deutschland in Richtung eines Engagements für effizienteres zirkuläres Wirtschaften. Am Thementag-Samstag lag der Schwerpunkt auf Marine Litter: Ist das Handeln von Industrie und Politik ausreichend, um dem Problem von (Kunststoff-)Müll im Meer wirksam zu begegnen? Welche Maßnahmen und Initiativen braucht es, um die Einträge von Abfällen in die Umwelt zu reduzieren?

Clean River Project auf der K 2019
Das Clean River Project beim Meeresmüll-Vortrag auf der K 2019

Solchen und ähnlichen Fragen widmeten sich Experten von der Politik, aus der Wissenschaft, der Industrie und von Nichtregierungsorganisationen. In mehreren Vorträgen beleuchten sie aus ihrer jeweiligen Sichtweise die Gründe für die zunehmende Meeresverschmutzung sowie mögliche Lösungen. Unabhängig davon, ob Dr.-Ing. Saskia Ziemann vom BMBF-Forschungsschwerpunkt „Plastik in der Umwelt“, Susanne Dorasil als Referatsleiterin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dorothea Wiplinger als Vertreterin der Kunststoffindustrie von Borealis oder Michael Schmidt von der NGO Ozeankind e.V.: Überall wurde deutlich, dass es nur gemeinsam gehen kann, um Menschen für einen besseren Umgang mit Abfällen zu sensibilisieren, um das Recycling von Kunststoffabfällen voranzutreiben und um in Teilen zu überlegen, wo Kunststoffe Sinn ergeben und wo möglicherweise nicht.

 

Podiumsdiskussion Marine Litter
Podiumsdiskussion zu Marine Litter auf der K 2019

In einer Podiumsdiskussion geleitet von Prof. Christian Bonten von der Universität Stuttgart später am Tag standen insbesondere die Ursachen für Marine Litter im Fokus. Dabei diskutierten Maria Ciliberti, Borealis, Dr.-Ing. Christoph Epping, Umweltministerium, Sarah Marshall, Alliance to End Plastic Waste und von NOVA Chemicals sowie Willemijn Peeters, CEO Searious Business. Hilfe beim richtigen Handling von Abfällen gerade für Länder, in denen es noch großen Nachholbedarf gibt, war bei allen TeilnehmerInnen in der Runde ein wichtiger Anknüpfungspunkt. Fakt ist, dass etwa 80 bis 90 Prozent der Abfälle allein durch zehn große Flüsse in Asien und Afrika in die Ozeane eingetragen werden. Haus- und Industrieabfälle gelangen über die Flüsse in die Meere und werden durch Strömungen und Wind verteilt. Hier sollten Maßnahmen vorrangig ansetzen, um das globale Problem für die Meeresumwelt zu lösen, stimmten die Diskussionsteilnehmer überein. Auch das mangelnde Bewusstsein vieler Bürger für die Konsequenzen der Meeresvermüllung kam zur Sprache. Mithilfe regionaler Aktionspläne und Fallbeispiele unter Einbeziehung verschiedenster Stakeholder arbeitet die Bundesregierung daran, Lücken im Stoffkreislauf zu identifizieren und weitere Meereseinträge zu verhindern. Mit der STOP-Initiative versucht das kunststofferzeugende Unternehmen Borealis, Menschen gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern für einen achtsameren Umgang mit Müll zu sensibilisieren. Müll sammeln, sortieren und einer geordneten Verwertung zuführen – mit solchen Schritten sollen Strände sauber gehalten und Kunststoffe vermehrt wieder in Rohstoffkreisläufe zurückgeführt werden. Etwas, dass auch von der Alliance to end plastic waste unterstützt wird, die auf der K explizit dazu einlud, der Initiative beizutreten und sich einzubringen. Aber auch in Europa gilt es, mehr aus Kunststoffabfällen zu machen: Null-Deponierung, mehr Förderung leistungsstarker Verwertungsanlagen, eine klare Regulierung, die europaweit durchgesetzt wird, wären hier wichtige weitere Schritte. Fun fact am Rande: Kunststoffe aus Rezyklat tragen wesentlich zum Klimaschutz bei, denn jedes Kilogramm Kunststoff, das der Verbraucher in den Gelben Sack gibt statt in den Restmüll, spart 1,3 kg Kohlendioxidemissionen.

Fazit der Diskussion: Da der Schutz der Meeresumwelt ein globales Problem ist, sind internationale Kooperationen und Forschungsprojekte notwendig und braucht es individuelle Lösungen für die jeweilige Situation im Land. Die K 2019 zeigt, dass die Kunststoffindustrie bereits auf einem guten Weg ist, Werkstoffe, die heute noch als Abfälle im Meer landen, in Zukunft in hochwertige Sekundärrohstoffe umzuwandeln.

 

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