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Zufriedenheit in der Kunststoffbranche nach K 2016

Nach acht Messetagen ist Zeit für die Abschlussbilanz bei der K 2016, und diese fällt äußerst positiv aus. Insgesamt 3.285 Aussteller waren auf dem Düsseldorfer Messegelände dabei und freuten sich über rund 230.000 Fachbesucher aus mehr als 160 Ländern. Erneut war die K 2016 der absolute Pflichttermin für die Kunststoffbranche. Und die Sonderschau „Plastics shape the future“ zog mit ihren D dsc_0017iskussionsrunden und Vorträgen, den Vorführungen der Robokids sowie zahlreichen Experimentiershows das Publikum in ihren Bann.

Einhelliger Tenor der vier Trägerverbände der Messe (Kunststofferzeuger, -verarbeiter, -Maschinenbauer sowie die Kautschukbranche): Die K 2016 wurde ihrem Ruf als einzigartige Präsentationsfläche für Innovationen, neue Materialien und Tecdsc_0090hnologien mehr als gerecht. Die gut vorbereiteten Fachbesucher zeigten sich entscheidungs- und kauffreudig, so gab es viele gute Kontakte und Vertragsabschlüsse an den Ausstellerständen.

Nicht nur die Besucherzahlen insgesamt stiegen, auch der Anteil an Messeteilnehmern aus Asien erhöhte sich gegenüber der K 2013. Führende Länder waren Indien, China und Südkorea. Aber auch Nationen, die zuletzt wirtschaftlich schwächelten, wie zum Beispiel Brasilien, Russland und Japan, zeigten sich diesmal wieder mit größeren Besucherkontingenten. Der K-Donnerstag war mit 80.000 Fachgästen sogar der besucherstärkste Messetag, der jemals bei einer Investitionsgütermesse auf dem Düsseldorfer Messegelände verzeichnet wurde. So passte das Fazit, das K-Präsident Ulrich Reifenhäuser bei der Abschlusspressekonferenz der Messe zog: „Dies war die beste, die dynamischste und die aufregendste K. Wir haben acht unglaubliche Tage erlebt.“

Auf großes Interesse bei den Fachleuten aus aller Welt stieß auch die Sonderschau „Plastics shape the future“ von Kunststoffindustrie und Messe Düsseldorf. An sieben Thementagen wurde hier verdeutlicht, wie Kunststoffe unseren Alltag prägen und die Zukunft gestalten helfen. Dabei wechselten sich fachliche Diskussionen, kurzweilige Vorführungen, sportliche Unterhaltung und spannende Experimente ab. Insbesondere die Robokids der CJD Schule Königswinter begeisterten mit ihrem Enthusiasmus und Robotikkenntnissen. Ihre Vorführungen zu Roboterfußball oder Rettungsrobotern belebten nicht nur die Halle 6.

Dauerbrenner Ressourceneffizienz auf der K 2016

Seit jeher ist die Kunststoffmesse K eine Innovationsmesse. Hier geht es immer auch darum, neue Lösungen zu finden. Ein wichtiger Schwerpunkt der Branche ist das Thema Ressourceneffizienz, zu dem es auf der K 2016 Sonderschau einen eigenen Thementag am Dienstag gab.

Schon jetzt übersteigt die Nutzung der natürlichen Ressourcen die Regenerationsfähigkeit der Erde. Das weltweite Bevölkerungswachstum verstärkt den Druck zusätzlich. Deshalb wird ein schonender und effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen zu einer Schlüsselkompetenz zukunftsfähiger Gesellschaften. Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker vom Club of Rome leitete den Tag mit einem thesenstarken Vortrag ein. Zukünftige Generationen hätten ebenso Anspruch auf die Nutzung von Rohstoffen, die daraus hergestellten Materialien und damit verbundenen Vorteile, wie wir, erklärte Weizsäcker gleich zu Beginn, ehe er Lösungen für eine ressourceneffizientere Zukunft vorstellte.

Das Produkte aus Kunststoff dabei wichtige Problemlöser sein können, wurde von ihm nicht ausgespart; sei es im Leichtbau von KFZ-Komponenten oder durch Gebäudedämmstoffe. In Solarzellen, Brennstoffzellen und Windrädern erschließen sie CO2-freie Energiequellen. Sein Fazit: Die Industrien, die sich den neuen Nachhaltigkeitserfordernissen am besten anpassen, würden vom Trend hin zu mehr Ressourceneffizienz deutlich profitieren.

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Goldener Rio-Glanz auf der Sonderschau

Olympiastarter, Weltmeister und Medaillen­gewinner vom Team Kunststoff, der Sponsoringinitiative der Kunststofferzeuger, waren heute auf der K 2016 Sonderschau zu Gast und berichteten von ihren persön­lichen Rio-Highlights. Die Kanuten sorgten bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro für einen wahren Medaillen­regen und gewannen 4x Gold, 2x Silber und 1x Bronze. Und einige dieser Medaillen konnten nun in Düsseldorf berührt, fotografiert und bestaunt werden, was viele Messebesucher auch gerne taten.

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Insgesamt 52 Olympische und Para­lympische Medaillen, unzählige Weltmeister- und Europameistertitel sowie Weltcupsiege in Serie machen Team Kunststoff zur aktuell erfolgreichsten deutschen Sponsoringinitiative. Die tollen Ergebnisse der Sportler beweisen, wie erfolgreich ein gezieltes und verlässliches Engagement sein kann. Mehr zur Sponsoringinitiative unter www.team-kunststoff.de

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Alles zu „Jugend und Ausbildung“ auf der K Sonderschau

Beim traditionellen Jugendtag auf der Sonderschau diskutierten Vertreter der Kunststoffbranche mit gesellschaftlich engagierten Schülern und Studierenden über Karrierechancen und die Bedeutung von Kunststoffen für die globalen Herausforderungen unserer Zeit. Javier Constante, Vice President PlasticsEurope und Commercial Vice President Dow (Foto rechts), und Dr. Josef Ertl, Vorsitzender PlasticsEurope Deutschland und Member Advisory Board Vinnolit (Foto links), stellten sich den kritischen Fragen der Jugendlichen.

Im Dialog mit den Jugendlichen wurde schnell deutlich, welche Sorgen den Nachwuchs umtreiben: Klimatische Veränderungen, begrenzte natürliche Ressourcen und die weltweit zunehmende Nachfrage nach Energie machen ein nachhaltiges Wirtschaften immer dringlicher. Gerade hier konnten die Unternehmensvertreter auf Kunststoff als innovativen Problemlöser verweisen, der viele technische Lösungen erst möglich macht. Egal ob wärmeisolierende Fensterprofile, Rotorblätter von Windrädern, gewichtsverringernde Fahrzeugteile im Auto oder Verpackungen: Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff finden sich überall. Ihr Einsatz in Geräten der Elektrotechnik und Elektronik prägt die Kommunikationstechnologie entscheidend. Aktuelle Herausforderungen zu Energieeinsparung und zum Einsatz alternativer Energiequellen werden vielerorts mit Kunststoff bewältigt. Und auch im Sport- und Freizeitbereich sowie als innovativer Problemlöser in der Medizintechnik sind Kunststoffe unersetzlich. Damit biete der Werkstoff Antworten zu wichtigen Megatrends unserer Zeit wie Bevölkerungswachstum, Überalterung, Klimaschutz, Energiesicherheit und Nahrungsmittelknappheit, und bediene die Märkte der Zukunft, wie Javier Constante von Dow klarstellte. Somit seien die Perspektiven in der Kunststoffindustrie mehr als gut, biete die Branche vielseitige Jobmöglichkeiten und attraktive Karrierechancen, so Dr. Josef Ertl von Vinnolit.

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Thementag am Samstag: Was tun gegen Meeresmüll-Einträge?

Ist das Handeln von Industrie und Politik ausreichend, um dem Problem von (Kunststoff-)Müll im Meer wirksam zu begegnen? Welche Maßnahmen und Initiativen müssen noch kommen, um die Einträge von Abfällen in die Umwelt zu reduzieren? Solchen und ähnlichen Fragen widmeten sich die Experten des Sonderschau-Thementages „Marine Litter“ am Messesamstag.

Hochkarätig besetzt war die Riege der Teilnehmer: Auf der Sonderschau diskutierten Heike Imhoff vom Umweltministerium, Dr. Kim Cornelius Detloff vom NABU, Philipp Hohenblum vom Umweltbundesamt in Wien, Helmut Schmitz vom Dualen System Deutschland (DSD) sowie Jochen Berrens vom Kunststofferzeuger Borealis, Linz. Die Diskussion startete bei den Ursachen für die Meeresverschmutzung: Demnach werden etwa 80 Prozent der Abfälle in den Ozeanen durch den Landeintrag verursacht. Haus- und Industrieabfälle gelangen über die Flüsse in die Meere und werden durch Strömungen und Wind verteilt. Hier sollten Maßnahmen vorrangig ansetzen, um das globale Problem für die Meeresumwelt zu lösen, stimmten die Diskussionsteilnehmer überein. Auch das mangelnde Bewusstsein vieler Bürger für die Konsequenzen der Meeresvermüllung kam zur Sprache. Mithilfe regionaler Aktionspläne und Fallbeispiele unter Einbeziehung verschiedenster Stakeholder arbeitet die Bundesregierung daran, Lücken im Stoffkreislauf zu identifizieren und weitere Meereseinträge zu verhindern. So wurde das Thema Marine Litter u.a. von der Bundesregierung auf die G7-Tagesordnung gehoben. Berrens forderte einen konsequenteren Vollzug bestehender Gesetze und Regelungen, durch den bereits ein Großteil des Abfalleintrags ins Meer reduziert werden könnte. Ziel müsse es zudem sein, die Bürger für einen achtsameren Umgang mit Müll zu sensibilisieren. Im Verbund mit leistungsstarken Verwertungsanlagen könne so die Deponierung von Kunststoffabfällen in Europa reduziert werden. Interessant waren in diesem Zusammenhang die Zahlen des Vertreters vom DSD, wonach verwertete Kunststoffe wesentlich zum Klimaschutz beitragen: Jedes Kilogramm Kunststoff, das der Verbraucher in den Gelben Sack gibt statt in den Restmüll, spart 1,3 kg Kohlendioxidemissionen.

Eines wurde zum Abschluss der Diskussion deutlich: Da der Schutz der Meeresumwelt ein globales Problem ist, sind internationale Kooperationen und Forschungsprojekte notwendig. Ein Wissenstransfer beim Abfallmanagement und der Verwertung von Kunststoffabfällen, wie ihn die Kunststoffindustrie in Europa bspw. mit der IdentiPlast-Konferenz (www.identiplast.eu) vorantreibt, könnte viel dazu beitragen, Werkstoffe, die heute noch als Abfälle im Meer landen, in hochwertige Sekundärrohstoffe umzuwandeln.

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